Wie viel Offenheit verträgt unsere Gesellschaft – und wie viel wissen andere schon über uns? In Zeiten von Big Data, KI und digitaler Dauerpräsenz verschwimmt die Grenze zwischen Transparenz und Überwachung. Was bedeutet Privatsphäre heute noch, wenn persönliche Informationen, Bewegungsdaten, Gesundheitswerte oder Kaufverhalten jederzeit analysiert werden können? Welche Verantwortung tragen Individuen, Unternehmen und der Staat? Und wer zieht die Grenze zwischen Nutzen und Missbrauch? Diese und andere Fragen werden an drei Abenden aus Sicht der philosophischen Anthropologie diskutiert. 03.03.2026 Menschenbilder und Aufgabe philosophischer Anthropologie Seit der Antike wechseln sich Menschenbilder ab. Die Frage „Was macht den Menschen zum Menschen?“ beschäftigt nicht nur die Philosophie sondern auch andere Wissenschaften. Wir werden einige Bilder vom Menschen exemplarisch heruagreifen: „Verwirklicht er sich, wenn er Gutes tut?“ (Aristoteles) „Ist er ein Schilfrohr, das denkt?“ (Pascal) oder „Ist er ein vernunftbegabtes Wesen mit der einzigartigen Fähigkeit zur Autonomie und zur moralischen Selbstbestimmung?“ (Kant) Und: Was bedeutet überhaupt: gläserner Mensch? 21.04.2026 Hans Georg Gadamer: Ist der technologische Traum (nur) ein Traum? Gadamer, einer der international hoch angesehenen Philosophen des 20. Jahrhunderts, hat in seinem epochalen Werk: Wahrheit und Methode von 1960 geradezu visionär eine der zentralen Fragen unserer Zeit gestellt. Er fragt, ob der technologische „Traum“ – also die utopische Vision einer durch Wissenschaft und Technik beherrschten, entlasteten Welt – lediglich ein flüchtiger Traum ist oder vielmehr eine reale, bedrohliche Realität, die menschliche Freiheit verdrängt. Wir werden seine Thesen dazu diskutieren, insbesondere seine Vorstellung, worauf es in der Zukunft ankommt. 12.05.2026 Jaron Lanier und seine Vision vom Humanismus im digitalen Zeitalter Jaron Lanier, einer der Pioniere des Internetzeitalters, hat 2014 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten. Sein Buch Wenn Träume erwachsen werden thematisiert die Fragen, die sich durch die zunehmende Digitalisierung stellen und stellt klar: Wir brauchen einen neuen Humanismus, der wachsam ist gegenüber Unfreiheit, Missbrauch und Überwachung. Was genau das bedeutet, das werden wir anhand seiner Thesen diskutieren. Der Kurs findet über die Plattform Zoom statt.
Siegfried Lenz wäre im Mai diesen Jahres 100 Jahre alt geworden – er ist zweifellos einer der großartigen deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts und seine Deutschstunde zählt nach wie vor zum schulischen Kanon. Im Café Leselust tauchen wir in eine seiner Kurzgeschichten aus dem Band Das Feuerschiff ein und entdecken das, was diesen Autor unnachahmlich prägt: Moralische Verantwortung, Sprachmacht und feiner Humor zwischen den Zeilen. Ein Nachmittag für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben möchten. Die Kurse finden über die Plattform Zoom statt.
Jugendliche haben heute Follower, aber nur noch selten Freunde. Senioren wiederum fühlen sich durch die Verpflichtung zur Nutzung komplizierter Online-Dienste zunehmend vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Gibt es Alternativen? Ein Vortrag mit Videos und praktischen Tipps.
„Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“ – Mit diesem Satz schrieb Simone de Beauvoir Philosophiegeschichte. Im April jährt sich zum 40. Mal ihr Todestag und heute gilt sie als eine der zentralen Figuren der Frauenbewegung des 20. Jahrhunderts. In unserer Diskussion wollen wir erkunden, was ihre Gedanken über Geschlecht, Freiheit und gesellschaftliche Rollen heute bedeuten. Welche Spuren hat ihr Werk Das andere Geschlecht in der Gegenwart hinterlassen, und wo stoßen ihre Ideen an Grenzen? Grundlage unserer Diskussion werden Textauszüge aus ihrem Werk sein. Der Kurs findet über die Plattform Zoom statt.
Vor 450 Jahren starb William Shakespeare – und doch sind seine Worte lebendiger denn je. „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“. „O, ich bin des Schicksals Narr!“ „Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Männer und Frauen bloße Spieler“…. Was macht seine Dramen unsterblich? Wie wirken seine Themen wie Liebe, Macht und Leidenschaft heute auf uns? Welchen Eindruck machte er auf Goethe, der ja bekanntlich Probleme mit anderen Göttern neben sich hatte, und wie wird er heute gelesen? In unserer Diskussion werden wir Shakespeares Einfluss auf unsere moderne Kultur, Literatur und Sprache thematisieren. Der Kurs findet über die Plattform Zoom statt.
Edmond Rostands Stück von 1897 triumphiert bis heute auf Bühnen, in Filmen und Musicals, dieses Jahr auch bei den Heidelberger Schlossfestspielen. Cyrano, der brillante Dichter mit der entstellenden Nase, liebt Roxane leidenschaftlich, doch ohne Erwiderung. Für sie opfert er seine Gefühle, seine Ehre und schließlich sein Leben. Sein Mut, sich treu zu bleiben und gegen den Strom zu schwimmen, scheint im Zeitalter von Social Media aktueller denn je. Was lehrt uns Cyrano heute? Ist sein Stolz Ausdruck von Stärke – oder tragische Schwäche, die Nähe verhindert? Und welche Bedeutung hat Poesie noch in einer Welt aus Likes und digitalem Lärm? Der Kurs findet über die Plattform Zoom statt.
