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Semesterschwerpunkt

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Antifeminismus und Demokratie - Warum alte Rollenbilder uns alle betreffen
Start: Do. 08.10.2026 18:30
Gebühr: 16,00

Warum gewinnen traditionelle Geschlechterbilder und antifeministische Positionen weltweit wieder an Einfluss – und was bedeutet das für unsere Gesellschaft? In dieser Veranstaltung wird der Blick auf politische, religiöse und kulturelle Bewegungen gerichtet, die Gleichstellung infrage stellen und eine Rückkehr zu festen Rollen propagieren. Ausgehend von einem kurzen historischen Überblick über die Emanzipationsbewegungen wird gezeigt, dass Antifeminismus eine wiederkehrende Reaktion auf gesellschaftlichen Wandel ist. Im Mittelpunkt stehen dabei aktuelle Phänomene wie „Tradwives“, Online-Communities der „Manosphere“ oder antifeministische Narrative in sozialen Medien, die häufig Ausdruck tieferliegender Verunsicherungen sind. Ergänzend wird beleuchtet, welche ideologischen Gemeinsamkeiten diese Bewegungen verbinden – von der Vorstellung einer „natürlichen Ordnung“ bis hin zur Angst vor dem Verlust traditioneller männlicher Rollen. Vor dem Hintergrund einer zunehmend komplexen und „entzauberten“ Welt (Max Weber) wird deutlich, warum solche Positionen an Attraktivität gewinnen. Abschließend wird diskutiert, welche Folgen antifeministische Entwicklungen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt haben. Dabei wird deutlich, warum Gleichberechtigung und die Anerkennung pluraler Lebensweisen zentrale Voraussetzungen für eine offene Gesellschaft sind.

Kursnummer 262-11211
Natur oder Kultur – Was bestimmt den Menschen?
Start: Di. 03.11.2026 18:30
Gebühr: 11,00

Ist der Mensch von Natur aus so, wie er ist – oder wird er erst durch Kultur und Gesellschaft geformt? An diesem Abend gehen wir dieser grundlegenden Frage nach und beleuchten die Spannbreite zwischen biologischen Erklärungen und kulturellen Deutungen menschlichen Verhaltens. Wir fragen, wie Vorstellungen über die „Natur des Menschen“ entstehen und wirken – von biologischen Argumenten über gesellschaftliche Zuschreibungen bis hin zu aktuellen Debatten über Geschlechterrollen, Hierarchien und Erziehung. Dabei wird sichtbar, wie solche Deutungen vereinfacht, einseitig genutzt oder als selbstverständlich dargestellt werden. Zugleich steht die persönliche Reflexion im Mittelpunkt: Wo denken wir selbst eher biologisch, wo kulturell? Welche Folgen haben diese Sichtweisen für unser Zusammenleben? In Austausch und Diskussion entwickeln wir ein differenzierteres Verständnis für das Zusammenspiel von Natur und Kultur. Ziel der Veranstaltung ist es, verbreitete Denkmuster kritisch zu hinterfragen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und neue Perspektiven auf den Menschen und sein Zusammenleben zu gewinnen.

Kursnummer 262-11212
Warum Zukunft Herkunft braucht – Gedanken zum Gelingen der gesellschaftlichen Transformation
Start: Mi. 11.11.2026 19:00
Gebühr: 12,00

Die Erwartung, dass Menschen ihr Leben verändern, wenn die Wissenschaft ihnen Gründe dafür nahelegt, ist illusionär. Gerade gesellschaftliche Transformationen brauchen Mut zum Aufbruch, und der braucht Zuversicht, die sich aus sicheren Bindungen speist. Eine gelingende Transformation hat viel mehr mit Gefühl zu tun, als mit rationaler Einsicht. Darum geht es in diesem Vortrag des renommierten Sozialpsychologen und Bestsellerautors. Harald Welzer, geboren 1958, ist Sozialpsychologe, Soziologe und einer der profiliertesten Intellektuellen,der den öffentlichen Diskurs als Ideengeber seit Jahren maßgeblich mitprägt. Er ist Direktor von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit und des Norbert-Elias-Centers für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg und beschäftigt sich seit Langem intensiv mit der Frage, wie wir die Gesellschaft „designen“ müssen, um eine lebenswerte Zukunft möglich zu machen und was zu tun ist, um diese Transformation anzustoßen, In seinem neuesten Buch "Das Haus der Gefühle" zeigt er in einer faszinierenden Zusammenschau psychologischer, neurowissenschaftlicher und soziologischer Befunde (und angereichert mit vielen Geschichten), dass es dafür eine stabile Architektur der Gefühle - gespeist aus Bausteinen wie Vertrauen, Resonanz und Beheimatung - braucht und setzt  dem verbreiteten Frust und der Angst, die sich Populisten und Demokratiefeinde zunutze machen, eine lebensbejahende "Gegenwartsutopie" entgegen. Wer Harald Welzer gelesen und ihn bei seinen bisherigen vhs-Veranstaltungen in Nürtingen erlebt hat, weiß, dass ihn ein höchst inspirierender, ideenreicher und und anschaulicher Vortrag erwartet. Leider können wir ihn diesmal nicht persönlich in Nürtingen, begrüßen, aber  es besteht die Möglichkeit, sich zur Übertragung des Vortrags in den Gok'schen Keller anzumelden, von wo auch eine Diskussion und Fragen an ihn möglich sind. Ein Getränk nach Wahl ist im Preis inbegriffen. Selbstverständlich kann man den Vortrag auch Zuhause per Zoom erleben.

Kursnummer 262-11200
Von der Beschleunigungsdiagnose zur Resonanztheorie – Was wir von Hartmut Rosa für das eigene Leben lernen können
Start: Mi. 02.12.2026 18:30
Gebühr: 21,00

Zeitmangel, Dauerstress, das Gefühl, ständig reagieren zu müssen – viele Menschen erleben ihr Leben als beschleunigt und entfremdet. Der Soziologe Hartmut Rosa hat diese Erfahrung nicht nur analysiert, sondern mit seiner Resonanztheorie einen Gegenentwurf entwickelt: ein anderes Verhältnis zur Welt, zu Arbeit, Beziehungen und sich selbst. In diesem Kurs werden zentrale Gedanken aus Rosas Werken – von der Beschleunigungsdiagnose bis zur Resonanztheorie – verständlich erschlossen und miteinander verknüpft. Ziel ist es, die Theorie nicht nur zu verstehen, sondern sie als Orientierungshilfe für das eigene Leben fruchtbar zu machen. Inhalte & Ablauf: 1. Abend: Beschleunigung als Grundproblem der Moderne: Arbeit, Technik, Lebensrhythmen Entfremdung: Warum „mehr“ oft nicht zu „besser“ führt 2. Abend: Resonanz: Was meint ein gelingendes Weltverhältnis? Resonanzachsen: Beziehungen, Arbeit, Natur, Kultur Praktische Resonanzräume Diskussion und Reflexion eigener Erfahrungen

Kursnummer 262-11213
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