Der Vortrag beschäftigt sich - basierend auf politikwissenschaftlichen Erkenntnissen und den Erfahrungen des Referenten als Politikberater - mit der Tendenz demokratischer Parteien, Positionen und Diskurse rechtspopulistischer Parteien zu übernehmen. Rechtspopulistische Parteien sind mittlerweile in fast allen westeuropäischen Parlamenten vertreten und tragen in einigen Ländern als Juniorpartner sogar Regierungsverantwortung. Diese Kräfte verkörpern eine Reaktion, einen „Backlash“, gegen den westeuropäischen Trend zu liberalen Werten: die Ablehnung multikultureller Gesellschaften, von Zuwanderung sowie der Emanzipation von Frauen und sexuellen, kulturellen und religiösen Minderheiten. Obwohl rechtspopulistische Parteien relevante Akteure sind, erreichen sie in den meisten westeuropäischen Ländern keine politischen Mehrheiten. Autoritär-nationalistische Werte sind eine Minderheitenposition und werden von immer weniger Menschen geteilt. Diese Parteien sind daher auf die Zusammenarbeit mit demokratischen Akteuren und auf die Umsetzung ihrer Agenda durch diese angewiesen. Demokratische „Mainstream-Parteien“ übernehmen häufig illiberale Positionen und Diskurse, wenn sie glauben, den lauten Stimmen am rechten Rand nicht anders Einhalt gebieten zu können. Die zentrale These des Vortrags lautet, dass das Verhalten demokratischer Parteien eine größere Gefahr für liberal-demokratische Werte darstellen kann als die radikale Rechte selbst. Durch die Normalisierung illiberaler Diskurse tragen sie wesentlich zur Erosion demokratischer Normen bei. Anhand von Fallbeispielen aus Westeuropa, mit besonderem Fokus auf Dänemark, wird illustriert, welche Folgen eine solche Übernahmestrategie für liberaldemokratische Prinzipien und gesellschaftliche Minderheiten haben kann. Der Vortrag schließt mit Empfehlungen für demokratische Parteien und die Zivilgesellschaft. - Anmeldung erforderlich.
<b>In Zusammenarbeit mit VISTAtour und der ARGE Freiburger Stadtbild -</b> Am Anfang war das Wasser: Um Deicheln, Brunnen, Kanäle, Griene, Bächle und geheimnisvolle Moore geht es bei diesem Bildvortrag auf den Spuren des Wassers in Freiburg. Sie erfahren spannende Geschichten und wenig bekannte Details rund um das Freiburger Wasser: Wozu gab es Bächle, wer legte die Gewerbekanäle an – und was verbirgt sich hinter der Runzgenossenschaft? Auch die fortschrittliche Trinkwasserversorgung des Mittelalters und die Organisation des damaligen Brunnenwesens kommen zur Sprache. Sie erfahren, warum ein Streit um das Trinkwasser im Jahre 1665 einen „kleinen Weyberaufstand“ auslöste und warum das Freiburger System als besonders modern galt. Wir stellen einige ausgewählte Laufbrunnen vor und erläutern aktuelle Fragen der Wasserversorgung. - Anmeldung erforderlich.
<b>In Zusammenarbeit mit VISTAtour und der ARGE Freiburger Stadtbild -</b> Die Bilder des Fotografen Gottlieb Theodor Hase zählen zu den ältesten fotografischen Stadtansichten Freiburgs. Sie zeigen die Stadt in den 1850er bis 1880er Jahren und damit in einer Zeit, aus der bislang nur wenige Fotografien bekannt waren. Angesichts des drastischen Wandels des Stadtbilds durch den gründerzeitlichen Bauboom wirken viele der Motive heute rätselhaft und fast fremdartig. Die Bilder sind überwiegend von sehr guter Qualität und eine erstklassige Quelle der Stadtgeschichte des 19. Jh. - Anmeldung erforderlich.
