Nicht nur die Gestaltung, sondern auch die Wahl des Materials bestimmt die Wirkung eines Kunstwerks. Beides bedingt sich gegenseitig. Einerseits erhöhen kostbare Materialien die Wertschätzung eines Objekts, andererseits wird der Werkstoff durch kunstvolle Bearbeitung veredelt. Im Laufe der Geschichte hat sich die Vorliebe für bestimmte Materialien gewandelt, wobei nicht nur ästhetische, sondern auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Faktoren mitspielen. Am Beispiel von vier bedeutenden Kunstwerken soll diese Spur verfolgt werden. Der Name lässt an ein Ballspiel denken. Es handelt sich jedoch um ein Prunkmöbel, das mit der denkbar aufwendigsten Hülle überzogen ist: einem Mosaik aus Edelsteinen. Diese Pietra-dura-Technik erlebte im Florenz der Medici ihren Höhepunkt. Der Auftraggeber des Wunderwerks war ein englischer Herzog, der im "Badminton House" lebte.
Das Mittelalter dauerte über 1000 Jahre und doch erscheint es oft als ein monolithischer Block, als ein finsteres Zeitalter. Den Reichtum und die Vielfalt der Hinterlassenschaften dieser Jahrhunderte zu entdecken, ist daher das Ziel dieses Kurses in vier Teilen. Jeder Teil besteht aus zwei online Sitzungen auf Zoom, jeweils an einem Mittwoch, und einer anschließenden Tagesexkursion an einem Samstag, um das jeweilige Thema live und vor Ort zu vertiefen. Die Fahrten sind mit dem Nahverkehr, Deutschland-Ticket, Baden-Württemberg-Ticket oder Quer-durchs-Land-Ticket, gut zu erreichen. Stadtluft macht frei. An der Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausend begann in Europa der Aufstieg der Städte zu Zentren der Macht, in denen sich dann im späten Mittelalter auch der Wandel zum neuen Zeitalter der Renaissance vollzieht. Lieferte das Land das Brot, so wurde es in der Stadt zu Geld, und dieses Geld floss dann sowohl in den Staat als auch in die Kunst. Dies hat letztlich zur Folge, dass die klösterlichen Skriptorien zunehmend ihre Stellung zugunsten städtischer Werkstätten verlieren, die dank besserer Vertriebswege die Kunstentwicklung nicht nur beschleunigen, sondern auch im gegenseitigen Wettbewerb innovativ vorantreiben. 15.07., 17:30h: Kapellen und Altäre – zwischen Seelenheil und Konkurrenzkampf (90 min)
Das Forum für Kunst- und Kulturgeschichte findet mittwochabends alle zwei bis drei Wochen online via Zoom statt. Durch unterschiedliche thematische Schwerpunkte führen die Kunstgespräche auf besondere Art in die Geschichte der Kunst ein. Sie öffnen allen Interessierten einen Diskussions- und Gesprächsraum, der durch anschauliches Bildmaterial unterstützt wird. Diese Form der Vermittlung und aktiver Teilnahme bietet Ihnen die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Eindrücke auszusprechen, Gesehenes zu beschreiben, zuzuhören, den Blick zu schärfen und so ein eigenes, vertieftes Verhältnis zu den Künsten zu formen. Für diesen Kurs ist ein späterer Einstieg mit entsprechender Gebührenanpassung möglich.
Kunsthistorische Grundlagenvermittlung im kulturgeschichtlichen Kontext im Stile einer Vorlesung. Gerne können Sie einmal kostenfrei schnuppern mit verbindlicher Anmeldung.
Darstellungen christlicher Themen sind für viele in unserer säkularisierten Welt inzwischen ein Buch mit sieben Siegeln - ein Begriff, der selber eine Metapher mit christlichem Hintergrund ist. In diesem Kurs versuchen wir daher, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und die Grundzüge christlicher Ikonographie zu erarbeiten. Die Kurssitzungen selber finden online auf Zoom statt, aber damit das nicht nur trockene Wissenschaft bleibt, gibt es am Anfang und am Ende auch zwei Exkursionen, bei denen wir Ikonographie direkt am Objekt erproben und kennenlernen können. Die erste Fahrt führt zum spätgotischen Altar in der Klosterkirche Blaubeuren, die zweite in die hervorragende Sammlung des Bayerischen Nationalmuseums, wo man die Entwicklung der Themen von der Spätantike bis zum Klassizismus sehen und verfolgen kann. A. Grundkurs Kunstgeschichte - Christliche Ikonographie im Detail (mit 2 separaten Exkursionen) Mi, 14.10., 17:30-19:00 (Heilige und ihre Attribute) – Sa, 17.10., ganztags, Blaubeuren, Kloster Mi, 28.10., 17:30-19:00 (Marienleben) – (keine Fahrt geplant) Mi, 11.11., 17:30-19:00 (Typologie) – (keine Fahrt geplant) Mi, 25.11., 17:30-19:00 (Das Buch mit sieben Siegeln - christliche Allegorese) – Sa, 28.11., ganztags, München, Bayerisches Nationalmuseum
B. Kunstgeschichte im Kontext - Der Impressionismus und seine Zeit Fr., 15.01., 17:30-19:00 Fr., 22.01., 17:30-19:00 Fr., 29.01., 17:30-19:00 Fr., 05.02., 17:30-19:00 Text: Der Impressionismus gehört heute zu den beliebtesten Kunstrichtungen der frühen Moderne, wie man auch an der Zahl regelmäßig stattfindender Ausstellungen und deren Besucherzahlen sehen kann. Dass dies nicht immer so war, dass der Impressionismus als Skandalkunst galt und dass er, trotz seiner scheinbaren Leichtigkeit, Ausdruck tiefgreifender Verwerfungen und gesellschaftlicher Krisen war, das werden wir in diesem Kurs kennenlernen. Dabei werfen wir immer auch einen Blick auf die Literatur, Musik und andere Kunst dieser Zeit und bekommen damit vielleicht ein gründlicheres Verständnis für diese Richtung, mit der die moderne Kunst ihren Anfang nimmt. Der Kurs findet wöchentlich online auf Zoom statt. Impressionismus „live“ können Sie dann noch auf der Exkursion nach Winterthur erleben. Diese gehört zwar nicht zum Kurs, ist aber dafür sehr zu empfehlen.
Wie wurde aus einer kleinen Gruppe radikaler Maler die wohl beliebteste Kunstrichtung der Moderne? Claude Monet, Berthe Morisot und ihre impressionistischen Mitstreiter veränderten nicht nur den Blick auf Licht und Farbe - sie schufen ein Netzwerk aus Freunden, Förderern und Sammlern, das ihre Werke um die Welt trug. Schriftsteller wie Émile Zola oder Octave Mirbeau unterstützten sie mit Rezensionen. Neue Käuferschichten identifizierten sich mit dem Aufbruch in der Malerei. Einige, wie der Kaufhausbesitzer Ernest Hoschedé und der Opernsänger Jean-Baptiste Faure, begannen, impressionistische Kunst im großen Stil zu kaufen. Die Pariser Weltausstellungen und Paul Durand-Ruels Galerien in Paris und New York verliehen den Impressionisten internationale Resonanz. Die Führung durch die aktuelle Sonderausstellung des Museum Barberini dauert etwa 50 Minuten. Bei einer Anmeldung am 22. Januar nach 12 Uhr können wir eine Zusendung des Links nicht mehr garantieren.
Wer hat schon die Gelegenheit und alle Zeit der Welt, um bei Spaziergängen in den berühmten Museen die Summe der Kunst zu überblicken? Deshalb holen wir uns die Kunstmuseen einfach ins Haus. An Hand von Abbildungen besichtigen wir die Lage und Architektur, durchstreifen die Räume und genießen den Malereibestand. Bei dieser digitalen Reise bieten sich Zugänge zu inhaltlichen Schwerpunkten der Sammlung: von gemalten Sujets über die Schicksale der Künstler und Sammler bis hin zu den meist glücklichen Umständen der Erwerbungen. Unser diesmaliger virtueller Museumsspaziergang führt uns nach München in die 1836 eröffnete Alte Pinakothek. Sie war das erste Museum im heutigen Kunstareal Münchens und ist mit ihren herausragenden Werken Dürers und dem umfangreichen Bestand von Gemälden Rubens und Rembrandts eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. Den Link zum Zoom-Kursraum erhalten Sie rechtzeitig vor Kursbeginn.
